18.01.2017 – Sondersitzung des Stadtrats zum Thema Friedhof

Die gut besuchte Sondersitzung des Stadtrates behandelte ausschließlich das Thema „Friedhof“. Mit der Entwicklung eines „Masterplans“ für den Bobinger Friedhof wurde das externe Unternehmen Weiher, welches auf Urnengrabstätten und Friedhofsgesamtkonzepte spezialisiert ist, beauftragt. Die Ergebnisse wurden dem Stadtrat in der Sitzung präsentiert.

 

Tagesordnung:

  • TOP 1 Berichterstattung
  • TOP 2 Friedhofskonzeption Bobingen
  • TOP 3 Wünsche und Anfragen

 

Anwesenheit:

Nicht anwesend war Stadtrat Kratzer.

 

TOP 1: Berichterstattung

keine

 

TOP 2: Friedhofskonzeption Bobingen

Herr Weiher und Herr Ritz stellten einen „Masterplan“ für den Friedhof Bobingen unter dem Titel „Friedhof 2050 – Die Verbindung zwischen Tradition und Moderne“ vor. Einleitend gab Herr Weiher einen Überblick über die vergangenen und künftig zu erwartenden Bestattungsarten und Bestattungszahlen, sowie über die Herangehensweise „Bestand analysieren – Ziele definieren (mittels Workshops) – Konzeption erarbeiten – Lösungen modular umsetzen – Instrumente einführen – Erfolgskontrolle“.

Zur (Landschafts-)architektur des Friedhofs führte Herr Ritz nach einer kurzen Bestandsaufnahme aller bereits gut angelegten sowie auch verbesserungswürdigen Seiten konkrete Umgestaltungsvorschläge aus. In jeweils 5-Jahresschritten erläuterte er sinnvoll erscheinende Änderungen, die je nach Bedarf sukzessive umgesetzt werden können.

Elementare Vorschläge seiner umfangreichen und anschaulichen Ausführungen, die den Friedhof in Kernzone (alter Bestand) und Friedpark (die Kernzone umgebende Flächen) räumlich aufteilen:

  • Ausgliedern von 4.000 qm für alternative Nutzungen an der Südlichen Fraunhoferstraße von der 35.000 qm großen Gesamtfläche – die verbleibende Restfläche decke auch den künftigen Platzbedarf
  • Verlegen von Garagen und Wirtschaftshof an die Südliche Fraunhoferstraße, um sie von außen zugänglich zu machen
  • Erweitern der Urnenwände um weitere Urnengrabstellen, um einem künftig erhöhten Bedarf gerecht zu werden
  • Vorsehen eines Bereichs für muslimische Bestattungen, mit einer besonderen Ausrichtungen der Gräber und die Möglichkeit für Handwaschungen
  • Mehr Sichtschutz von innen und außen errichten, um den Trauernden Privatsphäre zu verschaffen
  • Umgestalten der Aussegnungshalle
  • Ersetzen der Bänke durch Sitzgelegenheiten, die auch von älteren Friedhofsbesuchern bequem genutzt werden können
  • diverse Bepflanzungen vornehmen

 

Aus den Reihen des Stadtrates wurden folgende Fragen an die Referenten gerichtet:

  • Wie verhält sich die aktuelle Gebührenkalkulation zu den Plänen?
    Der momentane Kostendeckungsgrad, der bereits von der Rechtsaufsicht als zu bürgerfreundlich gerügt wurde, beträgt 46 %. Herr Weiher empfiehlt, Gebührenkalkulationen jeweils für die kommenden drei Jahre vorzunehmen.
  • Werden bestehende Gräber in einem künftigen Friedpark auch noch barrierefrei erreichbar sein?
    Auch Gräber, die weiterhin verlängert werden und zukünftig im Bereich des Friedparks liegen werden, sollen so wie bisher auch zu Fuß erreichbar bleiben
  • Sind Änderungen in der Friedhofssatzung erforderlich?
    Aus Sicht von Herrn Weiher ist eine Überarbeitung der aktuellen Friedhofssatzung zwingend nötig

Eine abschließende Frage, wie der Punkt des Masterplanes „Bestattung mit Haustier“ aufzufassen sei, lockerte die Stimmung im Saal etwas auf. Herr Weiher wies auf die Möglichkeiten auch dieser Art der Bestattung hin.

Im Anschluss signalisierten alle Fraktionen eine zustimmende Kenntnisnahme der vorgestellten Vorplanungen, behielten sich aber inhaltliche Korrekturen vor.

Folgender Beschlussvorschlag wurde einstimmig gefasst (sinngemäß):

  • Der Stadtrat nimmt den Masterplan in der aktuellen Fassung zur Kenntnis
  • Die Verwaltung wird mit der weiteren Vorbereitung der Umsetzung beauftragt
  • Mit der Verlegung des Wirtschaftshofes besteht bereits jetzt Einverständnis

 

TOP 3: Wünsche und Anfragen

keine

 

Ende der Sitzung um 19.45 Uhr.

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